1. – 10. Schuljahr

Kann man Empathie lernen (und lehren)?

„Auf die Beziehungen kommt es an!
„Auf die Beziehungen kommt es an!
Der Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern aber auch das Wohlbefinden und die Gesundheit aller Beteiligten ist abhängig von einer guten Atmosphäre in der Klasse und in der Schule insgesamt. Die Grundvoraussetzung dafür sind gelingende Beziehungen.
Wegen des Macht- und Erfahrungsunterschiedes können Schülerinnen und Schüler nicht gleichberechtigt sein, aber es ist notwendig, dass sie gleichwürdig behandelt werden. Die Lehrkräfte sollen die Bedürfnisse, Interessen und Schwierigkeiten der Schülerinnen und Schüler wahrnehmen und ernstnehmen. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle Wünsche erfüllt werden. Die Lehrkräfte geben ihre Verantwortung und die Führung nicht auf, sie haben ihre professionellen Ziele im Blick und wahren ihre persönlichen Grenzen.
Diese Gratwanderung kann gelingen, wenn Pädagoginnen und Pädagogen ihre persönliche Autorität und ihre professionelle Beziehungskompetenz stärken.
Kinder und Jugendliche sind vielfältigen Reizen ausgesetzt. Wenn sie sich in der Schule und in der Klasse wohlfühlen und wenn sie lernen, wie sie zur Ruhe und zu sich selbst kommen können, erhöht sich nicht nur ihre Konzentration, auch das Klassenklima wird sich verändern.
In unserer regelmäßig erscheinenden Rubrik „BeziehungsWeise wird es darum gehen, auf welche Weise Pädagogen diese Verantwortung für das Klassenklima, für ihre Beziehungen zu den Schülerinnen und Schülern und für sich selbst übernehmen und praktisch umsetzen können. Hierzu wird es Denkanstöße zur Reflexion der (Schul-)Praxis geben. Für die erste Ausgabe konnten wir dafür Helle Jensen aus Dänemark gewinnen, Psychologin, Supervisorin und erfahrene Fortbildnerin, die zusammen mit Jesper Juul und anderen das Konzept zur Förderung von Empathie, Achtsamkeit und Beziehungskompetenz entwickelt hat. Dieses Konzept ist Ausgangspunkt und Grundlage unserer Rubrik, die Anregungen und Denkanstöße, die die Rubrik bietet, können aber gänzlich unabhängig davon genutzt werden.
Weiterhin wird es in dieser Rubrik Anleitungen für praktische Übungen mit Schülerinnen und Schülern geben, die einerseits den Kontakt mit sich selbst vertiefen und andererseits den Kontakt nach außen sowie die Verbindung mit der Gruppe unterstützen. Andere Übungen sollen das Bedürfnis nach Bewegung, Freude und Lebendigkeit erfüllen und dann wieder (hoffentlich) zur Ruhe und Konzentration führen.
Da die eigenen Erfahrungen der Lehrenden die wesentliche Basis für Übungen mit der Klasse sind, wird es auch Übungen für die eigene Praxis geben, die sich für den Einsatz im Klassenzimmer oder für Teamsitzungen eignen.
Und wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, Fragen oder Einwände und Fallbeispiele aus der eigenen Praxis haben, schicken Sie diese an die Redaktion, wir werden gern darauf eingehen.
Klaudia Klaffke/Kristina Schramm
Kristina Schramm: Liebe Helle, die Idee zur Rubrik „BeziehungsWeise entstand gegen Ende unserer Ausbildung „Empathie-Training: Empathie, Achtsamkeit, Mitgefühl und Präsenz lehren. Wir waren Teilnehmer des ersten Ausbildungsjahrganges und haben im Laufe der zwei Jahre so viele positive Veränderungen gespürt, dass in uns der Wunsch wuchs, unser Wissen und unsere Erfahrungen zu teilen. Du warst die hauptverantwortliche Organisatorin der Ausbildung und hast sie mit anderen zusammen durchgeführt. Wir freuen uns sehr, dass du unser Projekt unterstützt und wir unsere Rubrik mit einem gemeinsamen Gespräch starten können. Mich interessiert, wo für dich der Anfang war. Wo liegt der Ursprung des „Empathie-Trainings?
Helle Jensen: Der Ursprung liegt in meinem großen Interesse für Schule und Schulentwicklung. Ich habe mit vielen Lehrern in vielen unterschiedlichen Ländern Europas gearbeitet. Dabei ist mir klar geworden, dass wir einen neuen Weg finden müssen. Einen Weg, der für Lehrer und für Schüler gleichermaßen gut ist. Damit Kinder gut lernen können, ist es...

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