1. – 10. Schuljahr

Hartmut Grimm | Thomas Klaffke

Körpersprache bewusst einsetzen

Dem Gegenüber deutliche Signale senden

Dass Körpersprache wirkt, ist inzwischen allgemein bekannt, dennoch wird viel zu selten reflektiert, mit welcher Mimik, Gestik und Haltung wir kommunizieren. Körpersprache gezielt einsetzen zu können, ist gerade beim Umgang mit Unterrichtsstörungen wichtig. Der Kick-Box-Trainer, Jugend- und Personal-Coach, Hartmut Grimm, berichtet über die Wirkung von Körpersprache.

Körpersprache ist Grimms Meinung nach elementar für die Kommunikation. „Was sende ich was sendet der andere? Das steht schon am Anfang des Lebens, denn bevor Säuglinge ein Wort sprechen können, sind sie auf die Wahrnehmung ihrer Eltern angewiesen. Nonverbale Kommunikation über Körpersprache ist auch für Kleinkinder elementar, und diese Verbindung zwischen Kindern und Eltern kann ein Leben lang bestehen. Ist diese Verbindung geschaffen, spüren Kinder oft ohne viel Worte, in welcher Stimmung ihre Eltern sind und umgekehrt.
Für Pädagoginnen und Pädago-gen sei wichtig, so Grimm, sich selbst als Person wahrzunehmen und zu finden. Dann könnten sie als Person mit Autorität und liebevollem Herzen auftreten. Eine stabile Persönlichkeit könne alles von sich preisgeben, weil sie keine Angst haben muss, sich zu verlieren, wenn sie anderen etwas gibt. Aber man müsse auch Grenzen aufzeigen, dass sei für Beziehungen wichtig. Gerade bei Kindern könne man diese mit Körpersprache signalisieren. Diese Grenze zu ziehen, müsse man lernen. Dazu reichen oft kleine Handbewegungen, und mit der Mimik könne man z.B. signalisieren: „Das musst du jetzt nicht wissen aber ich erzähle dir etwas anderes! Wichtig sei, niemals in die Provokation zu gehen, sondern möglichst entspannt zu reagieren. Dies zeige sich vor allem in der eigenen Körperspannung, mit der man vermitteln könne: „Ich hab dich wahrgenommen, ich komme gleich darauf zurück und dann können wir darüber reden.
Mit den Händen klare Signale geben, aber nie angreifen, sondern klar und liebevoll sein das sei die Kunst. Kinder nehmen jede Bewegung der Erwachsenen wahr, sie nehmen wahr, ob die Erwachsenen zuhören, sie fragen sich: „Nerv ich den jetzt? Sie spüren, ob sie abgelehnt oder gemocht werden, sie wollen wahrgenommen werden, und wenn sie dieses Gefühl haben, übernehmen sie oft die Körpersprache der Lehrkraft und vermitteln anderen, besonders gern Jüngeren, zum Beispiel: „Das kannst du nicht machen, das mag Herr/Frau aber gar nicht ! Sie brauchen nicht viele Worte, sondern können durch die Körpersprache wahrnehmen, was der Erwachsene will.
Für Pädagoginnen und Pädago-gen sei es wichtig, im Kontakt mit sich selbst zu sein und auf ihre Körpersprache zu achten, sie achtsam einzusetzen. Sie sollten immer selbst bestimmen, wie weit sie gehen und wie nah sie Kinder und Jugendliche an sich heranlassen wollen. Viele Lehrkräfte verlören sich in diesem Thema, weil ihre eigene Persönlichkeitsstruktur noch nicht so ausgereift und ausgeprägt sei und ihnen nicht klar sei, was sie mit ihrer Körpersprache auslösen.
Eine gute Möglichkeit sei, sich von den Kindern und Jugendlichen Feedback geben zu lassen: „Wie nehmt ihr mich wahr? oder sie die Körpersprache spiegeln zu lassen und darüber in einen Dialog zu gehen.
Hartmut Grimm war 13 Jahre Kranken-pfleger in der Kinder- und Jugend-psychiatrie. Inzwischen hat er ein eigenes Kick-Box-Studio. In seinen Kursen trainieren etwa 50 Kinder und 40 Jugendliche.

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen