1. – 10. Schuljahr

Impulse und Anregungen

Geduldsfaden
Man nimmt dafür einen Tafelflügel und definiert Anfangs-und Endpunkt sowie eventuell Schleifen des Fadens. Bei jeder Störung wird der Faden weiter gezogen. Bleibt er vor Stundenende vor dem Endpunkt und klappt das für mehrere Stunden, kann sich die Klasse z.B. 1x hausaufgabenfrei verdienen, was von der Sachlogik stimmig ist, denn ohne oder mit wenig Störungen kommt man im Unterricht ja auch weiter … Diese Methode lässt sich ausdifferenzieren, z.B. mit Zwischenstopps usw.
Thomas Klaffke
Minimaler Aufwand maximale Wirkung
„Ich kann einfach keine Geschichten schreiben! „Mit Max arbeite ich nicht mehr zusammen, der nervt immer total! „Chemie macht mir überhaupt keinen Spaß! Formulierungen wie diese setzen Bilder in uns fest, die uns blockieren dabei ist es doch so: „Beim Reden über Fehler, Schwierigkeiten, Schwächen und Probleme bezieht man sich in Wirklichkeit immer nur auf Vergangenes. (Prior 2009, S. 16)
Deshalb rät der Psychologe Manfred Prior, Lehrkräfte sollten im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern deren Aussage aufgreifen und mit einem Zusatz versehen: „in der Vergangenheit oder „bisher. Wenn dann noch „immer durch „oft ersetzt wird, eröffnet sich eine neue Perspektive: „In der Vergangenheit hat dir der Chemieunterricht oft keinen Spaß gemacht.
Vielleicht wird es in Zukunft besser gelingen, Geschichten zu schreiben, mit Max zurechtzukommen oder in Chemie ein Thema zu entdecken, das interessant ist. Dann hätte eine minimale sprachliche Intervention maximale Wirkung. „MiniMax für Lehrer heißt dementsprechend das Buch von Manfred Prior, in dem er diese und 15 weitere bewährte kommunikative Strategien kurz, prägnant und humorvoll vorstellt.
Birte Friedrichs
Verhaltensausweis
Der Verhaltensausweis (oder -pass) soll dazu dienen, dass Schülerinnen und Schüler ihr Verhalten selbst wahrnehmen und einschätzen als Grundlage einer besseren Selbststeuerung. Dieses Instrument sollte nicht beliebig gestreut werden, denn es entfaltet seine Wirkung am besten nach einem Konflikt- oder Beratungsgespräch mit dem/der Schüler/in (möglichst mit Einbeziehung der Eltern) und kann mit Zustimmung aller Beteiligten eingesetzt werden, um dem Ziel einer konstruktiveren Mitarbeit näherzukommen. Dazu sollte ein Zeitraum vereinbart werden, wobei vier Wochen das Maximum sein sollten. Wenn möglich, sollten die Lehrkräfte nach der Stunde eine eigene Einschätzung geben. Stimmen sie der Selbsteinschätzung zu (s. Toolbox M7), wird ein Häkchen unter Bemerkungen gesetzt (wo auch noch etwas mehr notiert werden kann), eine abweichende Einschätzung wird mit einer anderen Farbe angekreuzt.
Festgelegt werden sollte auch das Ziel, das z.B. darin bestehen kann, dass in der Summe der neutrale oder positive Bereich erreicht werden soll. Als Anreiz kann dann vereinbart werden, dass der Schüler/die Schülerin sich eine Aktiv- oder Spielzeit (Dauer festlegen!) für die ganze Klasse wünschen darf (s. Toolbox M5, Beitrag Bartnitzky).
Thomas Klaffke

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